Sonntag 30.12.07 14:01
Deutscher Entwicklerpreis 2007
Wir waren für euch in Essen Live vor Ort
Von: Maciej Tyrakowski
Am 12. Dezember war es wieder so weit, der G.A.M.E. lud zum Entwicklerpreis in die Essener Lichtburg. Etliche Nominees, Pressevertreter und Gamedesign-Studenten machten sich auf den Weg in das wohl schönste Kino Essens, um Preise entgegen zu nehmen, sich unterhalten zu lassen, zu lästern und Kontakte zu knüpfen.
Schon bei der Anreise machten einige von sich reden: Einige Studenten ließen es sich nicht nehmen die 300 Meter vom Hauptbahnhof zum Kino in Stretch-Limousinen zurück zu legen. Ob man damit neben Aufsehen auch Spott erntet, sei dem geneigten Leser selbst überlassen. Spott ist ohnehin ein wichtiges Thema auf der diesjährigen Verleihung gewesen, aber dazu später.
 Pressevertreter, Studenten, Publisher, Sponsoren und Entwickler - alle da
Die Veranstaltung begann mit einem CGI-Intro, das kaum mehr als eine Nennung der Sponsoren war, technisch jedoch ganz ordentlich umgesetzt, und mit lauten und beinahe etwas zu überschwänglichen Orchesterklängen aus den Boxen untermalt wurde. Bereits jetzt bekam man das Gefühl, dass die Veranstalter wohl mehr wollten, als sie zu bieten hatten, denn die leidlich im Takt blinkenden LED-Stäbe am hinteren Ende der Bühne gaben ein eher trauriges Bild von sich. Christine Henning, sympathische Moderatorin der Veranstaltung, war ihrerseits ebenfalls als äußerst „bemüht“ zu bezeichnen, konnte jedoch den von ihr wohl gewünschten „lockeren“ Ton kaum halten, ihre Witze zündeten nicht, die Überleitungen waren teilweise schwer an den Haaren herbeigezogen oder gar völlig zusammenhanglos. Die Vermutung liegt nahe, dass das Moderatorenkarussell im nächsten Jahr noch immer nicht zum Stillstand gekommen sein wird. Ob möglicherweise der ebenfalls anwesende Mola Adebisi zum Zuge kommt?
Neben den Preisträgern fanden auch viele Redner ihren Weg auf die Bühne. Diese ließen es sich auch nicht nehmen ihre hervorgehobene Stellung direkt zur Meinungsmache – und zum Spott - zu nutzen: Ein CDU Politiker wettert gegen die bayrischen Pläne die Games-Convention im nächsten Jahr im Süden der Bundesrepublik stattfinden zu lassen („Wer die GC in München will, bekommt auch die USK mit Beckstein!“), ein krawall.de Redakteur macht sich über einen GameStar Chefredakteur lustig („Herzlichen Glückwunsch zur Beförderung vom Print- in den Online-Bereich!“) und Nokia macht Werbung für seine neue N-Gage Handysoftware. Auch der Ausspruch „Letztlich hat uns die Community doch immer die Stange gehalten.“ führte zu allgemeiner Belustigung. Und warum ausgerechnet RapidShare einer der Sponsoren der Veranstaltung war, ist ohnehin eine gute Frage.
Aber gab es bei den Preisträgern Überraschungen? Nun, viele nicht-Eingeweihte werden sich über die nicht-Nominierungen von Crysis gewundert haben, dessen Release lag jedoch nach der Festlegung der Nominees. Hier muss die Frage erlaubt sein, ob man eine solche Deadline tatsächlich mitten in den Herbst legen sollte – schließlich erscheinen gerade vor Weihnachten noch viele Top-Titel. Stattdessen wird Crysis im nächsten Jahr wohl den ein oder anderen Preis abräumen. Wo wir gerade beim Abräumen sind: Auf Grund mangelnder Konkurrenz konnte „Die Siedler 6“ nach sieben Nominierungen sechs Preise mitnehmen – ein äußerst beachtlicher Schnitt, der jedoch wohl auf ein Grundproblem des DEP zurückzuführen ist, aber auch dazu später mehr. Bei den meisten Anwesenden Überraschung auslösend war der Sieger des besten Mobile-Games, „Blades & Magic“. Hinter dem recht einfallslosen Titel versteckt sich nämlich ein waschechtes 3D-Fantasy-Rollenspiel, das zumindest mit einer Grafik überzeugt, die man auf dem Handy kaum für möglich gehalten hätte.
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