Frauen haben einen immer größeren Einfluss in - und auf - Spiele. Die Zeiten in denen der tapfere Mario die hilflose Prinzessin aus den Klauen von Bowser befreien musste sind längst vorbei. Nun geben die Frauen den Ton an und ich sage nur, weiter so Schwestern.
Noch zu 8- und 16 Bit-Zeiten war alles anders. Oftmals musste der tapfere Ritter die arme, hilflose Prinzessin aus den Klauen des Bösen befreien. Mit die prominentesten Beispiele waren Ghouls 'n Ghosts, Super Mario Bros, Monkey Island und Zelda. Ein anderer Charakter dieser Zeit wollte die Damen zwar nicht retten, aber immerhin beglücken, die Rede ist natürlich von Leisure Suit Larry. Schon damals gab es allerdings Ausnahmen, die dann auch gleich für entsprechend Aufsehen in der Zockergemeinde gesorgt hatten. Am deutlichsten hat man dies wohl am Beispiel von Samus Aran gesehen. Zu 16 Bit-Zeiten wurden diese Ausnahmen dann zur Regelmäßigkeit. So teilten offensichtlich weibliche Charaktere wie Cammy aus Street Fighter, oder Mei aus Fatal Fury ordentlich aus. Nach und nach wurde das Klischee der verängstigten Prinzessin immer öfter über Bord geworfen. Und man näherte sich immer mehr einer Gleichberechtigung an. Was zum Teil sicherlich auch an den immer besseren grafischen Möglichkeiten lag, mit denen man die weiblichen Reize besser hervorheben konnte. Dies war bei der überwiegend männlichen Zockergemeinde natürlich nicht von Unrecht.

Beim Anblick von Ivy freuen sich männliche Zocker
Im Winter anno 1996 startet dann die endgültige Revolution mit den beiden schlagkräftigen Argumenten von Ms. Lara Croft, Action und Rätsel. Dieser Charakter stellte eine Art Wendepunkt dar und ist bis heute eine Ikone. Sie zählt mit zu den bekanntesten Charakteren der Videospielwelt. Nach Tomb Raider rückten die Frauen immer häufiger in die Hauptrolle und das genreübergreifend. Selbst in Spielen die eine härtere Gangart einschlagen, wie zum Beispiel die Resident Evil-Serie. Auffällig ist allerdings, dass proportional zum Erfolg von Titeln mit weiblichen Hauptrollen die Outfits immer knapper und die Oberweiten immer größer wurden. Diese Entwicklung hat aktuell wohl ihren Höhepunkt in Ivy aus Soul Calibur IV erreicht. Aber auch die Mädels aus Dead or Alive spielen ganz vorne mit, aber immerhin sind sie nicht mehr hilflos. So bleibt unterm Strich die Frage ob man bei weiblichen Rollen in Spielen wirklich von Emanzipation sprechen kann?

Die weibliche Ikone der Videospiele schlechthin: Lara Croft
Bei Rollen in Spielen wohl nicht, bei weiblichen Zockern am anderen Ende des TVs/Monitors allerdings schon. Vor allem Nintendo hat das Potential des Marktes erkannt und versucht, dieses durch Spiele wie Nintendogs zu nutzen. Und dies gelingt äußert erfolgreich. Aber auch Sony und Microsoft sowie diverse Third Partys wollen auf diesen Zug aufspringen. Egal ob eine pinke PSP oder diverse Sims Erweiterungen und Ableger, weibliche Zocker stehen immer häufiger im Mittelpunkt des Interesses der Entwickler. Casual Games sind auf dem Vormarsch und ein Ende ist nicht abzusehen.

Es gibt auch weibliche Entwicklergrößen, bestes Beispiel: Jade Raymond (Producerin von Assassins Creed)
Aber nicht nur das Bild von weiblichen Charakteren in Spielen und das Bild, dass Entwickler von weiblichen Spielern haben, hat sich verändert. In der Branche selbst geben immer häufiger Frauen den Ton an. So zeichnen sich auch immer öfter Frauen federführend für die Entwicklung von Spielen. Aktuell wohl das prominenteste Beispiel Jade Raymond, die Assassin's Creed den letzten Schliff verpasst. So gesehen gibt es mit Sicherheit eine spürbare Emanzipation. Videospiele werden schon längst nicht mehr nur für ein männliches Zielpublikum von Entwicklern produziert, bei denen die Arbeitsplätze fast nur von Männern besetzt sind. Ganz im Gegenteil, und wenn dabei viele kurzweilige Spiele, oder aber auch echte Blockbuster wie Assassin's Creed entstehen, kann ich als männlicher Zocker nur sagen, weiter so Schwestern!
PS: Jade marry me *G