Odin Sphere von: Maciej TyrakowskiDie Playstation 2 ist nicht totzukriegen. Nachdem Sony im November ein
noch schlankeres Modell angekündigt (und in Asien bereits
veröffentlicht) hat, lassen es sich die Software-Entwickler erst recht
nicht nehmen ihre Projekte noch umzusetzen. Besonders erfreulich ist
die Tatsache, dass Odin Sphere seinen Weg nach Europa findet. Wir waren
bei Ubisoft und haben für unsere hochverehrte Leserschaft die deutsche
Version schon mal probegespielt.
Es ist was faul im Staate Dänemark! (Shakespeare)
Den Grundstein für die Erzählstränge legt natürlich auch in Odin Sphere
die erste Szene. In dieser bewegt ihr ein wunderschön gezeichnetes
kleines Mädchen in ihrem 2D-Zimmer um ein Buch (oder eine Katze)
aufzuheben. Hier wird bereits deutlich, mit welcher Liebe zum Detail
die Entwickler vorgegangen sind: Man merkt am Gang des Kindes, wie
ungleich schwerer es ihr fällt sich mit dem überdimensionalen Buch zu
bewegen. Beginnt sie zu lesen, beginnt auch euer Abenteuer. Im ersten der fünf Kapitel spielt ihr Gwendolyn, Tochter des
Dämonenfürsten Odin. Schon früh im Spiel gibt es den ersten Tod in der
Familie zu bedauern: Auf dem Schlachtfeld lebt ihr den letzten
Atemzügen eurer Schwester bei. Von Rachsucht erfüllt will sich
Gwendolyn in einen aussichtslosen Kampf stürzen - doch ihr Widersacher
schlägt sie kurzerhand zu Boden und lässt sie mit deutlich mehr Fragen
als zuvor zurück. Es wäre schade jetzt zu viel von der Story vorwegzunehmen, denn diese
entfaltet sich im sehr linearen Spielablauf zu einem großartigen und
emotionalen Meisterwerk. Selten wurde eine Geschichte so gekonnt
erzählt - auch wenn sie teilweise ein wenig vorhersehbar wirkt. Aber
warum nicht? Es gibt immernoch genug spannende Wendungen, und ein gut
erzähltes Märchen muss eben den Spagat zwischen Komplexität und
Klischee schaffen. Und das gelingt diesem Spiel. Und zwar wirklich gut.
Die Optik versprüht sehr viel Charme
Die größten Ereignisse - das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden (Nietzsche)
Völlig umsonst darf man allerdings nicht Zeuge der wunderschönen
Cutscenes werden, denn vor den Abend hat der liebe Gott nunmal die
Arbeit gesetzt. Und Arbeit heißt in diesem Spiel vor allem Eines:
Button-Mashing.
Mit einer magischen Waffe ausgerüstet (dem sogenannten Psypher) hackt
ihr euch durch Scharen ausgefallener und wunderschön designter Gegner,
bis die Vierecks-Taste eures Pads glüht. Die Auswahl verschiedener
Attacken ist dabei eher eingeschränkt, so könnt ihr zwischen einer
halben handvoll normaler Attacken und einigen wenigen Spezialattacken
auswählen womit ihr euren Gegnern einheizt. Und das solltet ihr
dringlichst tun, denn es kann schon mal vorkommen, dass 20-30 Gegner
von allen Seiten versuchen werden euch den guten Garaus zu machen.
Besonders wenn diese auch noch beginnen einen zu beschießen, verliert
man schnell die Übersicht. Da lohnt sich ein Rückzug zu einer der
ruhigeren Ecken des Levels. Jene sind Kreisförmig aufgebaut, so dass
ihr eure Gegner nach kurzem Lauf auch von hinten Beharken könnt. Mit
dem Gehacke sollte man andererseits aber vorsichtig sein, denn eine
Stärke-Anzeige oben links im Bildschirm macht euch das Leben mit ihrer
Entleerung zusätzlich schwer. Ist eure Stärke aufgebraucht, taumelt die
Spielfigur und kann sich einige Sekunden lang nicht bewegen - ein
gefundenes Fressen für alles was euch an die Wäsche will. Besonders
bitter wird das übrigens, wenn ihr euch gerade einem der vielen
Bosskämpfe stellt. Die bildschirmfüllenden Drachen, Monster und
Widerlichkeiten können euch nämlich durchaus mal in Richtung Tennisarm
treiben - teilweise ist die Länge der gegnerischen Lebensenergieleisten
einfach nur unfair, besonders angesichts der Kürze eurer eigenen.
Glücklicherweise könnt ihr auch während der Kämpfe die Schwierigkeit
des Spiels anpassen.
Ganz schön dicker Brocken...Links:ScreenshotgalerieOffizielle Homepage
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